pop-probleme vol. V: schlussverkauf

neulich stehe ich so bei (asche auf mein haupt) müller in der cd-abteilung und gehe die "aktion!"-regale durch. da findet man allerhand tolle sachen, die einem vielleicht noch fehlen in der sammlung. schaut man dabei aber auch mal auf den preis - in diesem falle: alles für sieben oi!s - muss man sich ernsthaft fragen, wer daran überhaupt noch verdienen kann. doch mit sicherheit nicht die künstler.

klar sind das auch ältere alben, die mittlerweile eh schon jeder hat (z.b. air - moon safari), teilweise aber musste ich staunen, was da alles verramscht wird - so u.a. auch einige wirklich gute alben des letzten jahres.

stellt sich für mich die frage: kaufen oder nicht? zwei (gar drei?) alben zum aktionspreis oder doch lieber ein vollpreisalbum? denn mit gutem gewissen kann man für so einen spottpreis doch keine musik kaufen. will man so etwas seinen lieblingsbands antun? vom grabbeltisch? wohl eher nicht. ist man dann auch noch - so wie ich - chronisch abgebrannt, ist das dilemma perfekt. kennst ja.

natürlich kenne ich mich kaum damit aus, wie vertraglich geregelt ist, wer beim verkauf einer cd wieviel woran verdient. ziemlich sicher bin ich mir aber dabei, dass in den allermeisten fällen die künstler am schlechtesten dastehen. und selbst wenn cd-verkäufe zu solchen aktionspreisen rechtmäßig ohnehin nicht mehr sache der jeweiligen band sind: es muss doch für eine band ziemlich ernüchternd, ja geradezu demütigend sein, zu erfahren, dass ihr ihr neues album beim schlussverkauf im drogeriemarkt erstanden und nicht am release-tag um sechs uhr morgens bei eurem plattenhändler gewartet habt.

ich für meinen teil werde in zukunft einfach nur noch alben von bands kaufen, die sowieso niemand kennt - nicht einmal ihr hippe indietypen, die ihr sowieso immer noch mehr ahnung habt, als alle anderen. die gibt's dann auch nicht zum aktionspreis - schließlich muss man seine band unterstützen.

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