pop-probleme vol. VIII: rockfestivals 2007 in der retrospektive

auch dieses jahr habe ich es wieder einmal geschafft und mein jährliches pensum von drei mehrtägigen festivals im sommer erfüllt. auf dem tourplan standen immergut, hurricane und omas teich. bis auf das immergut hat davon allerdings eigentlich nichts mehr so richtig spaß gemacht.

"i'm too old for this shit." (roger murtaugh)

rückblickend muss ich mich also vor allem eines fragen: woran liegt das? bin ich wirklich zu alt für den scheiß? die antwort lautet natürlich nein. so schnell wird man nicht zu alt für festivals (grüße gehen an dieser stelle raus an maike und volker vom hurricane). widrige begleitumstände wie regen, knietiefer matsch und eiseskälte verkrafte ich ja noch. auch an die in schwarzes leder gekleidete ü38-fraktion mit 24/7 metallica- oder wahlweise tote hosen-beschallung aus 800 watt-boxen gewöhnt man sich im laufe der jahre. ermüdungserscheinungen am letzten tag sind ebenfalls ganz normal. und schließlich kommt all das nicht gegen ein festival mit großartigen bands, toller atmosphäre und guten freunden an. dennoch komme ich einfach nicht umhin, zu realisieren, dass etwas nicht mehr stimmt auf deutschen festivals.

"this is not my scene at all." (pale)

mit wachsendem entsetzen muss man vor allem eine immer drastischer zunehmende verjüngung des festivalpublikums beobachten. umgeben von ungezogenen, ja beinahe asiozalen 16- und 17jährigen, die sich schlecht benehmen, schlecht angezogen und schlecht frisiert sind und vor allem lautstark schlechte sprüche über den platz grölen, bekomme ich ein massives abgrenzungsproblem. und so kann natürlich auch keine tolle atmosphäre entstehen. an omas teich musste man sich beispielsweise anhören, dass tomte doch was für alte leute seien und man eigentlich nur wegen madsen da wäre. so sieht's nämlich aus. und ich stelle fest: hier gehöre ich nicht mehr dazu.

"fuck the system - wenigsten 'n bisschen." (blumentopf)

ein weiteres großes manko stellten dieses jahr aber vor allem viele aspekte der festivalorganisation dar. omas teich: kein hörspielzelt, keine teichgames, keine ansagen zu planänderungen auf dem zeltplatz, mies geplantes parken, hässliches gelände. hurricane: viel zu leise bühnen, kein stroh auf knietiefen (bei ca. 1,85 körpergröße) matsch, security tut nichts gegen massenpaniken, keine chance auf plätze vor der bühne, viel zu enger zeitplan. all das kann einem ein festival ganz schön vermiesen, für das man mittlerweile immerhin gute 100 € bezahlt.

"hör ma' rudi, hör ma': lass es sein." (herwig mitteregger)

ingesamt betrachtet muss ich mir gut überlegen, nächstes jahr überhaupt noch einmal zu den zwei besagten festivals zu fahren. und wenigstens das hurricane war immer ein willkommener treffpunkt unter freunden und durfte sich bis zuletzt quasi jährlich meiner anwesenheit erfreuen. auf dem tourplan für das nächste jahr bleiben damit noch das immergut und das melt! und dabei hatte selbst das ewig in den indie-himmel gelobte immergut in diesem jahr beinhart mit minderjährigem gemüse zu kämpfen. zum abschluss nochmal an all die jungs in schwarzen röhrenjeans und weißen allstars... lasst es sein. lasst es einfach sein - euch zuliebe.

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